Das Verbundprojekt „Praxisanleitende in Pflege- und Gesundheitsberufen als Schlüsselpersonen für Berufliche Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BBNE-PfleGe), das das Berliner Bildungscampus für Gesundheitsberufe gGmbH (BBG) gemeinsam mit dem Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) und der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit e. V. (KLUG) umgesetzt hat, wurde in diesem Jahr mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis Gesundheit ausgezeichnet.

Die feierliche Preisverleihung fand am 5. Dezember in Düsseldorf statt und würdigte das Engagement, Nachhaltigkeit fest in der beruflichen Ausbildung zu verankern. Als größte Schule für Gesundheitsberufe in Deutschland setzt das BBG damit ein deutliches Zeichen für eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung.

Im Mittelpunkt des ausgezeichneten Projekts steht die bundesweit angebotene Fortbildung für Praxisanleitende, die diese als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren für nachhaltiges Handeln und Planetary Health stärkt. Ergänzt wird das Programm durch Train-the-Trainer-Formate, mit denen die erworbenen Kompetenzen gezielt in die praktische Ausbildung übertragen werden.

Das Projekt BBNE-PfleGe wird im Rahmen des Programms „Nachhaltig im Beruf – zukunftsorientiert ausbilden“ durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) sowie die Europäische Union (ESF+) gefördert. In der Projektlaufzeit von Juli 2024 bis Juni 2026 verfolgt das Verbundteam das Ziel, nachhaltigkeitsbezogene und transformative Kompetenzen in der Pflege- und Gesundheitsausbildung bundesweit zu stärken.

Die Auszeichnung würdigt nicht nur die gemeinsame Arbeit, sondern dient auch als Ansporn, den eingeschlagenen Weg konsequent fortzusetzen. Einen besonderen Dank richtet das BBG an alle Kolleginnen und Kollegen, die mit Fachwissen, Engagement und Begeisterung zu diesem Erfolg beigetragen haben – insbesondere Regina Holle-Sudiyono (Pflegeschule 2), Doreen Hofmann (Pflegeschule 1) und Maxi Strauß (Pflegeschule 5).


Zur Pressemitteilung: https://www.bildungscampus-berlin.de/news/artikel/bbg-gewinnt-deutschen-nachhaltigkeitspreis-gesundheit

Foto: Deutscher Nachhaltigskeitspreis (c) BBG

Als das Landesamt für Pflege in Bayern Prämien für besonders innovative Konzepte in der Praxisanleitung ausschrieb, rückte der Fokus direkt auf den Pflegealltag – dorthin, wo Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter das Fachwissen der zukünftigen Pflegegeneration prägen. Im Frühjahr startete die Behörde eine landesweite Ausschreibung für kreative Ansätze in der generalistischen Pflegeausbildung und stellte für jedes prämierte Projekt 10.000 Euro zur Verfügung. Insgesamt waren dafür 1,8 Millionen Euro vorgesehen.

Dass die vier Kliniken des RoMed-Verbunds nun mit diesem beachtlichen Erfolg dastehen, überrascht selbst interne Optimisten: Sechs Projekte wurden eingereicht – und alle sechs ausgezeichnet. „Das ist ein starkes Signal für unsere Ausbildungskultur“, sagt Pflegedirektorin Judith Hantl-Merget. „Wir investieren bewusst in gute Anleitung. Die Preise zeigen, dass sich dieses Engagement auszahlt.“

Vom Geriatrie-Team bis zur digitalen Dokumentation

Die ausgezeichneten Projekte zeigen, wie vielfältig die generalistische Pflegeausbildung heute aufgestellt ist. Sie umfassen Konzepte zur interprofessionellen Zusammenarbeit in der Geriatrie, innovative Modelle der Praxisanleitung während externer Einsätze – um die Verbindung zum Ausbildungsträger zu stärken und Konflikten vorzubeugen – sowie Ansätze für ein klar strukturiertes Onboarding, wenn Auszubildende aus der ambulanten oder stationären Langzeitpflege zurück in den Klinikalltag wechseln.

Einen spürbaren Digitalisierungsschub bringen zwei weitere Projekte: Das eine setzt das evidenzbasierte Lern- und Anwendungsprogramm VAR Healthcare als praxisnahes Standardwerkzeug ein, das andere führt Auszubildende bereits zu Beginn ihrer Ausbildung gezielt an die Grundlagen der digitalen Pflegedokumentation heran.

Im letzten Ausbildungsdrittel schließlich greift ein Ansatz, der das Rollenverständnis stärken soll: Examensanwärterinnen und -anwärter übernehmen erstmals Anleitung für Auszubildende des ersten Jahres. „Das stärkt Selbstbewusstsein, Fachlichkeit – und es macht den Neuen das Ankommen leichter“, sagt eine der beteiligten Praxisanleiterinnen. „Man spürt richtig, wie aus Wissen Verantwortung wird.“

Ausbildung als Kernauftrag

Über 300 Auszubildende in der Pflege zählt der RoMed-Verbund derzeit. Besonders positiv dabei: mehr als 90 Prozent der Absolventinnen und Absolventen werden übernommen. „Eine solche Quote fällt nicht vom Himmel“, betont Hantl-Merget. „Die praktische Ausbildung hat bei uns einen außerordentlich hohen Stellenwert.“ Dass gleich sechs Teams von Praxisanleitenden eine Auszeichnung erhielten, erfüllt die Pflegedirektorin mit besonderer Freude. Für sie ist dies ein klarer Beleg dafür, dass die RoMed Kliniken nicht nur am Transformationsprozess teilnehmen, sondern ihn aktiv und sichtbar mitgestalten.

Blick nach vorn

Für die Krankenhäuser der Region ist die aktuelle Auszeichnung vor allem eines: Rückenwind. „Die Praxis verändert sich rasant – wir müssen unseren Auszubildenden ein sehr gutes Fundament geben, damit sie auf die wechselnden Herausforderungen des Berufsalltags optimal vorbereitet sind“, sagt Friederike Kayser-Büker, Leiterin der Abteilung Praktische Ausbildung Pflege. „Solche Projekte helfen uns, genau das zu tun.“ Pflegedirektorin Judith Hantl-Merget sieht darin einen Auftrag: „Gute praktische Pflegeausbildung ist kein Beiwerk, sondern Grundlage für eine starke Pflege. Und starke Pflege braucht das Land.“

Über den Praxisanleiterbonus 2025: Förderung innovativer Ausbildungskonzepte in der Pflege: Ab April 2025 wurde im Rahmen der Fraktionsinitiativen des Landtags der Praxisanleiterbonus eingeführt. Gefördert werden damit Einrichtungen, die innovative Konzepte zur Praxisanleitung entwickeln und umsetzen – etwa Lernwerkstätten, Skills Labs, Projektwochen oder evidenzbasierte Anleitungsmethoden. Ziel ist es, den Theorie-Praxis-Transfer für Auszubildende zu verbessern und herausragende Modelle bayernweit bekannt zu machen. Für jedes besonders wertvolle Konzept wird eine Prämie von 10.000 Euro vergeben. Die Förderung erstreckt sich über alle Versorgungsbereiche der ambulanten und stationären Akut- und Langzeitpflege, einschließlich Pädiatrie und Psychiatrie. Insgesamt können bis zu 180 Einreichungen unterstützt werden. Der Antragszeitraum läuft bis zum 30. November 2025, zuständig ist das Bayerische Landesamt für Pflege. Der Bonus zielt darauf ab, die Umsetzung der generalistischen Pflegeausbildung gezielt zu fördern. Die besten Konzepte sollen als Best-Practice-Beispiele dienen und die Praxisanleitung in ganz Bayern stärken.


Zur Pressemitteilung: https://www.romed-kliniken.de/de/presse/aktuelle-pressemitteilungen,46745.htm

Foto: Friederike Kayser-Büker (Mitte) freut sich mit ihrem Praxisanleiterteam, dass alle sechs Projekte prämiert wurden (c) RoMed Kliniken

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) hat die diesjährige Agnes Karll Medaille im feierlichen Rahmen des Deutschen Pflegetags in Berlin an Gertrud Stöcker verliehen. Die Krankenschwester und Pflegepädagogin hat über viele Jahrzehnte hinweg die Pflegeausbildung, die Gesetzgebung im Pflegebereich sowie die Pflegepolitik maßgeblich geprägt.

„Gertrud Stöcker steht für eine Form der Berufspolitik, die auf Sachkenntnis, Verantwortung und Haltung gründet,“ betont Peter Tackenberg, stellvertretender Geschäftsführer des DBfK Bundesverbands und als langjähriger Weggefährte auch Laudator bei der Verleihung. „Sie verbindet juristisches Wissen mit pflegepädagogischer Kompetenz und politischem Gespür. Dieser einzigartigen Kombination verdankt sich ihr nachhaltiges Wirken. Sie hat Strukturen mitgestaltet, die heute selbstverständlich erscheinen, und Entwicklungen angestoßen, die die Profession bis in die Gegenwart prägen. Dazu gehören beispielsweise das Pflegeberufegesetz oder auch die generalistische Pflegeausbildung. Sie hat mit dazu beigetragen, dass Pflege in Deutschland heute über eine stabile rechtliche Grundlage, klare Bildungsstrukturen und eine starke berufspolitische Vertretung verfügt.“

Gertrud Stöcker veröffentlichte regelmäßig Beiträge und hielt Vorträge zu Themen wie der pflegeberuflichen Bildung, der Europäisierung des Pflegeberufs und der sozialrechtlichen Stellung der Pflegeberufe im System der Kranken- und Pflegeversicherung. Sie war Gründungsmitglied und zweite Präsidentin des Deutschen Pflegerats (DPR), langjährige Vizepräsidentin des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe (DBfK) sowie Vorsitzende des Deutschen Bildungsrats für Pflegeberufe (DBR).

Auch auf internationaler Ebene war Gertrud Stöcker eine gefragte Expertin und brachte ihr Fachwissen über viele Jahre in europäische Institutionen ein, insbesondere im Austausch zu Pflegeausbildung und Anerkennung beruflicher Qualifikationen. Für ihr langjähriges Engagement im DBfK-Bundesvorstand erhielt sie 2016 die Goldene Ehrennadel des DBfK.

Zur Agnes Karll Medaille: Die Agnes Karll Medaille wird seit 2003 alle drei Jahre an Persönlichkeiten verliehen, die sich in besonderer Weise um die Weiterentwicklung der Pflegeprofession verdient gemacht haben. Zu den bisherigen Preisträger:innen zählen unter anderem Christine Hancock, ehemalige Präsidentin des ICN, Doris Schiemann, Gründerin des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP), Renate Reimann, langjährige Leiterin des DBfK-Bildungszentrums Essen, Silvia Käppeli, eine der Pionierinnen der Pflegewissenschaft im deutschsprachigen Raum, Ruth Schröck, erste Pflegeprofessorin Deutschlands, Gerda Graf, langjährige Vorsitzende des Deutschen Hospiz- und Palliativverbandes (DHPV), sowie Franz Wagner, ehemaliger DBfK-Bundesgeschäftsführer und Präsident des Deutschen Pflegerats.


Zur Pressemitteilung: https://www.dbfk.de/de/newsroom/pressemitteilungen/meldungen/2025/2025-11-05-agnes-karll-medaille-2025-geht-an-die-leidenschaftliche-pflegepaedagogin-gertrud-stoecker.php

Foto: Verleihung der Agnes karll Medaille von Vera Lux (links) an Gertrud Stöcker (rechts im Bild), (c) DbfK / Bildausschnitt erweitert mithilfe von KI