Das Pflegeprojekt Vietnam, eine Kooperation des Landes Niederösterreich mit dem International Nursing Center des IMC Krems, erreicht Mitte Februar einen wichtigen Meilenstein: Die erste Ausbildungsgruppe mit aktuell 41 Teilnehmerinnen und Teilnehmern legt erfolgreich die kommissionelle Endprüfung ab. Nach Bestehen der Prüfung starten die Absolventinnen und Absolventen ihre berufliche Tätigkeit in Pflegeheimen sowie weiteren Einrichtungen der Langzeitpflege in Niederösterreich.

Meilenstein für das Pflegeprojekt Vietnam

Das Pflegeprojekt wurde vom Land Niederösterreich initiiert, um dem wachsenden Fachkräftebedarf im Pflegebereich langfristig und systematisch zu begegnen. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der steigenden Zahl pflegebedürftiger Personen verfolgt das Projekt einen Ansatz der qualitätsgesicherten internationalen Fachkräftegewinnung, kombiniert mit einer Ausbildung nach österreichischen Standards. „Dieses Projekt ist im Pflegebereich mit der universitären Kooperation zwischen Hanoi und Krems einzigartig in Europa. Die Ausbildung – Erlernen der deutschen Sprache in Vietnam und Aneignung der fachlichen Kompetenz nach österreichischen Standards in Niederösterreich – ermöglicht genau jenen Nutzen, den wir uns erhofft und erwartet haben: Qualifizierte Fachkräfte für unsere Eltern und Großeltern und eine wichtige Entlastung für unsere heimischen Pflegekräfte“, so Sozial-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister.

Sprachliche Vorbereitung in Vietnam, Fachausbildung in Niederösterreich

Die Teilnehmenden des Projekts wurden in Vietnam ausgewählt und durchliefen dort eine mehrjährige sprachliche Vorbereitung, die sie auf das Niveau Deutsch B2 bringen sollte. Anschließend erfolgte die pflegerische Ausbildung in Niederösterreich am International Nursing Center des IMC Krems, ergänzt durch praktische Einsätze in Einrichtungen der NÖ Landesgesundheitsagentur. Die Ausbildung richtet sich dabei vollständig nach den rechtlichen und fachlichen Vorgaben des österreichischen Gesundheits- und Pflegewesens.

Kommissionelle Endprüfung als formaler Abschluss

Mit der anstehenden kommissionellen Endprüfung wird die formale Qualifikation der ersten Ausbildungsgruppe abgeschlossen. Anschließend treten die Absolventinnen und Absolventen regulär in Pflegeeinrichtungen in Niederösterreich ein und ergänzen dort bestehende Pflegeteams. Ziel ist es, insbesondere in der stationären Langzeitpflege die Versorgung zu stabilisieren und das vorhandene Personal nachhaltig zu entlasten. Die Aufnahme der Beschäftigung erfolgt freiwillig und unter Beachtung der arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen in Österreich.

Langfristiges Projekt mit Fokus auf Integration

„Vietnam ist ein wachsendes Land mit rund 100 Millionen Einwohner*innen und einem Durchschnittsalter von knapp über 30 Jahren. Das IMC Krems lebt seit vielen Jahren eine gute Partnerschaft mit der Universität Hanoi. Das Projekt garantiert unsere hohen Qualitätserwartungen und vor allem jene hohen Ansprüche, die die Pflegebedürftigen in Niederösterreich haben“, so Markus Golla, Lehrgangsleitung & Prokurist "International Nursing Center".

Beitrag zur nachhaltigen Sicherung der Pflegeversorgung

Mit dem erfolgreichen Abschluss der ersten Ausbildungsgruppe erreicht das Projekt einen zentralen Meilenstein. Die gewonnenen Erfahrungen sollen in die Weiterentwicklung des Programms einfließen und damit zur langfristigen Sicherstellung der pflegerischen Versorgung in Niederösterreich beitragen. „Wir setzen laufend Initiativen im Personalrecruiting. Alleine im Jahr 2025 haben wir 1.300 neue Pflegekräfte in der Landesgesundheitsagentur aufgenommen. Dennoch ist es langfristig wichtig, dass wir auf internationalem Parkett qualifizierte Arbeitskräfte finden und langfristig an uns binden. Der wichtigste Schlüssel ist die Integration, in dem wir die vietnamesischen Fachkräfte in unseren Betrieb und die österreichische Kultur integrieren. Das Projekt bietet auch einen guten Zeitfaktor. Eine fertig ausgebildete Fachkraft, die den Weg der Nostrifizierung geht, kann dieselbe Zeitspanne benötigen, als wenn wir die Leute selbst ausbilden“, so Rupert Schreiner von der Landesgesundheitsagentur NÖ.

Das Projekt International Nursing Center ist ein absoluter Leuchtturm der Fachkräftegewinnung, den es auf diese Art und Weise in Österreich und vielen anderen Ländern noch nicht gegeben hat.


Zur Pressemitteilung: https://www.imc.ac.at/ueber-uns/medien-presse/presse-uebersicht/detail-presse/pflegeprojekt-vietnam-am-international-nursing-center-des-imc-krems-erste-absolventinnen-treten-in-noe-pflegeeinrichtungen-ein/

Foto: Markus Golla, Lehrgangsleitung & Prokurist des International Nursing Centers Krems, Quoc Toan Nguyen und Thi Linh Chi Tran, beide Pflegeauszubildende, Rupert Schreiner von der Landesgesundheitsagentur NÖ, Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister und IMC-Geschäftsführerin Ulrike Prommer.

Das Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW) in Bad Oeynhausen ist von der American Heart Association (AHA) als offizielles Ausbildungszentrum für „Advanced Cardiovascular Life Support“ (ACLS) anerkannt worden. Damit ist das Zentrum seit diesem Jahr berechtigt, eigenständig zertifizierte Fortbildungen zur erweiterten klinischen Wiederbelebung nach dem international gültigen Standard der AHA anzubieten.

„Mit dieser Qualifizierung stärken wir die Sicherheit unserer Patientinnen und Patienten nachhaltig“, sagt HDZ-Geschäftsführerin Dr. Karin Overlack. „Das Training fördert die Handlungssicherheit in kritischen Situationen – über Berufsgruppen hinweg.“

Um die Ausbildung der ersten Instruktorinnen und Instruktoren zu ermöglichen, absolvierten sieben Fachkräfte aus unterschiedlichen Bereichen zunächst sogenannte Provider-Kurse und anschließend einen weiterführenden Lehrgang zur Qualifikation als ACLS-Instructor. Unterstützt wurden die aufwendigen Schulungsmaßnahmen sowie die Anschaffung des erforderlichen Equipments vom Förderverein des HDZ NRW mit einem Betrag von 20.000 Euro. „Von dieser Investition profitieren Beschäftigte wie Patientinnen und Patienten gleichermaßen“, betont Vereinsvorsitzender Axel Fahrenkamp.

Das simulationsbasierte Training vermittelt realitätsnahe Abläufe für Teamreaktionen – ähnlich wie Sicherheitstrainings in der Luftfahrt. Dabei werden Atemwegs- und Medikamentenmanagement, Teamkommunikation sowie koordinierte Entscheidungsfindung in Hochrisikosituationen geübt.

Seit 2022 ist das HDZ NRW als „Cardiac Arrest Center“ nach den Standards des Deutschen Rates für Wiederbelebung (GRC) zertifiziert; die Rezertifizierung erfolgte 2025. In Deutschland sind jährlich über 65.000 Menschen von einem Herz-Kreislauf-Stillstand betroffen, was hohe Anforderungen an die Qualifikation des Klinikpersonals in zertifizierten Zentren mit sich bringt. Vor diesem Hintergrund plant das HDZ NRW, interdisziplinäre Teams künftig regelmäßig nach anerkannten Standards zu schulen. Wiederholungstrainings im Abstand von zwei Jahren sind dabei vorgesehen.

Bisher haben über 30 Beschäftigte aus Medizin, Pflege und technischen Funktionsbereichen des HDZ NRW die Provider-Ausbildung abgeschlossen. Sieben von ihnen sind künftig befugt, als Instruktorinnen und Instruktoren weitere Kolleginnen und Kollegen zu schulen. „Zukünftig werden die Ausbildungsangebote auch für Interessierte aus anderen Einrichtungen sowie für unseren medizinischen Nachwuchs zugänglich sein“, betonen Dr. Christoph Watermann, Prof. Dr. Vera von Dossow und Oliver Eickhoff, die das Konzept zur erweiterten Wiederbelebung am HDZ NRW maßgeblich initiiert haben.

Hintergrund: Als Spezialklinik zur Behandlung von Herz-, Kreislauf- und Diabeteserkrankungen zählt das Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, mit 40.500 Patientinnen und Patienten jährlich, davon 14.300 in stationärer Behandlung, sowie 1.300 ambulanten Operationen zu den größten und modernsten Zentren seiner Art in Europa.


Zur Pressemitteilung: https://www.hdz-nrw.de/hdz-nrw/presse/pressemitteilungen/hdz-nrw-wird-offizielles-ausbildungszentrum-fuer-erweiterte-wiederbelebung.html

Foto: (v.l.) Dr. Christoph Watermann, Dr. Karin Overlack, Axel Fahrenkamp, Oliver Eickhoff, Andreas Huneke, Volker Nolting (Förderverein) und Prof. Dr. Vera von Dossow, Quelle: Finn Lehrke

Dortmunder Weg: Erstes Trainee-Programm für die Langzeitpflege

Die Caritas-Altenhilfe Dortmund GmbH startet in Kooperation mit dem Canisius Campus Dortmund im Jahr 2026 das bundesweit erste Trainee-Programm in der Langzeitpflege unter dem Motto „Dortmunder Weg“. Mit dem Angebot setzt die Caritas Dortmund ein Zeichen für die Professionalisierung der Altenpflege und die Förderung des Pflege-Nachwuchses.

Das Programm richtet sich an generalistisch ausgebildete Pflegefachkräfte aus den Jahrgängen 2024 und 2025. In zehn digitalen Modultagen erwerben die Teilnehmenden fachliche Kompetenzen, die in der Altenpflege besonders relevant sind. Dazu zählen unter anderem:

  • Mobilitätsförderung und Rehabilitation

  • Professionelle Begleitung von Menschen mit Demenz

  • Palliative Versorgung

Mit praxisnahen Übungen und fachlichem Input werden die Teilnehmenden gezielt auf die komplexen Anforderungen der Altenpflege vorbereitet.

Das Pilotprojekt wird von der Pflegewissenschaftlerin Prof. Dr. Angelika Zegelin angeregt und beraten. Sie bezeichnet die Altenpflege als „Königsdisziplin“ und weist darauf hin, dass eine akademische Weiterentwicklung für Pflegende in diesem Bereich bisher weitgehend fehlt. Das neue Programm der Caritas Dortmund soll genau diese Lücke schließen und Fachkräfte für die anspruchsvollen Aufgaben der Altenpflege fit machen.

Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Caritas Dortmund und Canisius Campus entsteht ein innovatives Bildungsangebot, das neue Perspektiven für die Professionalisierung von Pflegefachkräften eröffnet und die Qualität in der Langzeitpflege nachhaltig stärkt.


Zur Pressemitteilung: https://www.caritas-dortmund.de/aktuelles/presse/zukunft-der-pflege-mitgestalten--caritas-dortmund-bildet-expertinnen-in-der-langzeitpflege-aus-4d243

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