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Grundwissen Außerklinische Intensivpflege

Zum Einstieg in Studium und Praxis mit eLearning-Kurs
6. Oktober 2026

Autor/innen:
Paul Weber

Bibliographische Daten:
UVK Verlag/utb, 2026, 110 Seiten, 24,90 €, ISBN 9783825263874

Rezensent/in:
Kira Brünger, Fachkraft für Intensiv- und Anästhesiepflege und ALS-Instructor, 
B.A. Berufspädagogik für Gesundheitsfachberufe, Schwerpunkt Pflege

Das Buch „Grundwissen Außerklinische Intensivpflege“ verfolgt das Ziel, grundlegende intensivmedizinische Inhalte mit pflegerischen Aspekten zu verbinden und durch digitale Lernangebote zu unterstützen. Der Anspruch ist damit klar: Das Buch soll Zugang zu einem komplexen Arbeitsfeld schaffen.

Die Stärke des Buches liegt vor allem in seiner übersichtlichen und didaktisch ansprechenden Aufbereitung. Die klare Gliederung und das einheitliche Layout erleichtern die Orientierung. Lernziele und zentrale Begriffe werden zu Beginn der Kapitel hervorgehoben. Definitionen sind farblich gekennzeichnet und dadurch schnell erfassbar. Über QR-Codes können Fragen zu den einzelnen Kapiteln aufgerufen werden. Dies ermöglicht eine unmittelbare Wiederholung und Überprüfung des Gelernten. Gerade für Lesende ohne oder mit begrenzten Vorkenntnisse(n) stellt dies einen sinnvollen didaktischen Ansatz dar.

Inhaltlich liegt der Schwerpunkt deutlich auf der Atmung und Beatmung und der damit verbundenen Versorgung. Andere zentrale Themen der außerklinischen Intensivpflege werden demgegenüber weniger ausführlich behandelt. Pflegebezogene Inhalte finden sich zwar in jedem Kapitel, werden jedoch insgesamt knapp ausgeführt. Für ein Buch, das ausdrücklich den Einstieg in die Praxis unterstützen möchte, wäre eine stärkere Verknüpfung von intensivmedizinischen Grundlagen und konkretem pflegerischem Handeln wünschenswert. Gerade für Einsteigende würde dies die Orientierung in praktischen Versorgungssituationen erleichtern. Diese Einschränkung zeigt sich unter anderem in Kapitel 6.3 zum Management von Trachealkanülen. Die Stomaversorgung wird beschrieben, die regelmäßige Kontrolle des Cuffdrucks jedoch nicht thematisiert. Dabei gehört ein adäquater Cuffdruck zu den wesentlichen Aspekten einer sicheren Versorgung. Auch bei der Beschreibung von Sprechventilen bleibt ein wichtiger pflegerischer Aspekt unberücksichtigt: Bei einer blockbaren Trachealkanüle muss der Cuff vor der Verwendung eines Sprechventils entblockt werden. Andernfalls ist eine ausreichende Ausatmung über die oberen Atemwege nicht möglich, sodass es zu lebensbedrohlichen Komplikationen kommen kann. Für ein Lehrbuch, das sich ausdrücklich an Einsteigende bzw. Studierende richtet, sollten derartige sicherheitsrelevante Zusammenhänge eindeutig(er) dargestellt werden. Weitere Beispiele für eine zu knappe Darstellung finden sich in Kapitel 4 „Beatmung“, unter anderem beim Thema PEEP, sowie in Kapitel 7 „Pflegetherapeutische Maßnahmen“. Wichtig zu erwähnen ist, dass diese Inhalte nicht fehlerhaft, sondern nur mit sehr begrenzter Darstellungstiefe behandelt werden, wodurch eine ausreichende Differenzierung einzelner Aspekte ausbleibt. 

Auch die Abbildungen verdienen eine kritische Betrachtung. Abbildung 1 soll eine Trachealkanüle darstellen, zeigt jedoch einen Endotrachealtubus. Für erfahrene Fachpersonen mag dieser Fehler unmittelbar erkennbar sein. Für Studierende und Berufsanfangende ist er dagegen problematisch. Gerade bei grundlegenden medizinischen Strukturen und Hilfsmitteln müssen Text und Abbildung eindeutig übereinstimmen. Eine solche Darstellung sollte in einer weiteren Auflage korrigiert werden.

Auch die Literaturbasis fällt vergleichsweise schmal aus. Mit sieben angegebenen Quellen bleibt die fachliche Fundierung überschaubar. Positiv hervorzuheben ist jedoch die Aktualität der verwendeten Literatur. Eine breitere Einbindung einschlägiger Literatur hätte den Anspruch des Lehrbuchs allerdings weiter unterstützt und eine zusätzliche fachliche Einordnung ermöglicht.

In der Gesamtbetrachtung bietet „Grundwissen Außerklinische Intensivpflege“ einen gut strukturierten und didaktisch zugänglichen Einstieg in das Themenfeld. Die übersichtliche Gestaltung, die Lernziele und die ergänzenden digitalen Angebote ermöglichen eine interaktive Auseinandersetzung mit den verschiedenen Themen und unterstützen somit selbstständiges Lernen. Gleichzeitig bleibt die inhaltliche Tiefe an einigen Stellen hinter dem Anspruch zurück auf die hochkomplexe praktische Tätigkeit vorzubereiten.

Für Lesende, die einen ersten Überblick über die außerklinische Intensivpflege suchen oder grundlegende Inhalte wiederholen möchten, ist das Buch durchaus geeignet. Für eine umfassende Vorbereitung auf die praktische Versorgung reicht die Darstellung aus Sicht der Rezensentin jedoch nicht aus. Hier wären eine stärkere pflegerische Perspektive, eine breitere inhaltliche Tiefe und eine konsequentere Einbindung aktueller Leitlinien wünschenswert.

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