Pädagogik der Gesundheitsberufe · Artikel

„Ich mag mir nicht zuschauen“: Beeinflussen Videoaufnahmen das Gefühlsleben von Pflegestudierenden?

Schlegel, C.; Hodler, R.; Blanc, G.

Pädagogik der Gesundheitsberufe · 2026 · Heft 2 · S. 45 bis 49 · DOI 10.3936/jp7r9771

Abstract

Kommunikationstrainings mit Simulationspersonen (SP) und Videoanalyse sind in der Pflegeausbildung etabliert, stoßen jedoch auf Widerstand seitens der Studierenden. Diese erleben vor der Videoanalyse häufig negative Emotionen wie Unsicherheit und Nervosität. Eine Mixed-Methods-Studie mit 18 Pflegestudierenden untersuchte emotionale Reaktionen vor und nach der Videoanalyse anhand des Self Assessment Manikin (SAM). Die Ergebnisse zeigen, dass negative Emotionen über die Zeit bestehen bleiben, jedoch nach der Analyse abnehmen. Die Reflexion wird als wertvoll empfunden. Psychologische Sicherheit ist essenziell, um den Lerneffekt zu maximieren. Eine gezielte Vorbereitung kann Ängste reduzieren und die Akzeptanz videobasierter Lehrmethoden steigern.

Zusammenfassung

Die Studie zeigt, dass Pflegestudierende Videoaufnahmen in Kommunikationstrainings vor allem zunächst als unangenehm, nervenaufreibend und kontrollverlustbehaftet erleben. Nach der Videoanalyse nehmen diese negativen Emotionen zwar ab, verschwinden aber nicht vollständig. Die Reflexion wird als wertvoll für die Lern- und Kompetenzentwicklung bewertet. Für erfolgreiche videobasierte Lehrformate sind psychologische Sicherheit, Vorbereitung und begleitete Nachbereitung wichtig.

Schlagwörter

Pflegestudierende, Videoanalyse, Kommunikationstraining, Simulation, Emotionen, Reflexion, psychologische Sicherheit, Pflegeausbildung, Angst, Blutentnahme, Association, Beurteilung