Start des Projekts PäLe zur Unterstützung und Gewinnung pädiatrischer Lernorte

christian albrechts universitätDie Lehr-/Lernsituationen in den weiteren Lernorteinsätzen der Pädiatrie im Kontext der neuen Pflegeausbildung: Fallstudienbasierte Handlungsempfehlungen und Materialien.

Laufzeit: 01.11.22-31.12.23 I Auftraggeber: Forum Pflegegesellschaft e.V. – Koordinierungsstelle Netzwerk Pflegeausbildung Schleswig-Holstein I Auftragnehmer: Christian-Albrechts-Universität Kiel

In Trägerschaft des Forum Pflegegesellschaft e.V. hat sich die Koordinierungsstelle Netzwerk Pflegeausbildung SH einem Thema gewidmet, dass für das Gelingen der Pflegeausbildung speziell im Versorgungsbereich Pädiatrie besonderer Aufmerksamkeit bedarf. Damit Stolpersteine der Umsetzung erkannt und beseitigt werden können und sich mehr Betriebe sich der Ausbildungslandschaft anschließen, wurde die Christian-Albrechts-Universität Kiel mit einem Projekt beauftragt:

Das Projekt wird von der Arbeitsgruppe der Didaktik der Pflege und Gesundheitsberufe (Leitung: Prof. Dr. Wolfgang von Gahlen-Hoops) durchgeführt in Kooperation mit der Koordinierungsstelle Netzwerk Pflegeausbildung SH.

Bedarf: Im Zuge der Neuregelung durch das Pflegeberufereformgesetz (PflBRefG) in Richtung einer generalistischen Pflegeausbildung ergeben sich für Schleswig-Holstein, wie auch in anderen Bundesländern, Engpässe hinsichtlich der Praxisplätze am Lernort der pädiatrischen Versorgung im klinischen Bereich. Um auf diese Engpässe einzugehen, können ebenso Betriebe der Sozialwirtschaft als Lernorte funktionieren, sofern heil-, sonderpädagogisches oder pflegerisches Personal vor Ort ist. Es stellen u.a. Fragen wie:

  • Welche Kompetenzen Auszubildende bei ihren Praxiseinsätzen in den nicht-klinischen Lernorten erwerben oder ausbauen können?
  • Inwiefern werden Auszubildende von Praxisanleiter/innen in den Lernort-Alltag eingebunden und wie unterstützen begleitende Lehrkräfte aus den Pflegeschulen die Auszubildenden?
  • Wo ergeben sich Lernhemmnisse und wo ergeben sich vor allem Lernchancen für alle Beteiligten?

Einbindung:
Eingebunden in das Projekt in Form von Interviews und Befragungen mit Fragebogen werden Einrichtungsleitungen, das für Praxisanleitung eingesetze Fachpersonal, Lehrkräfte und ggf. Einsatzkoordinator/innen sowie Auszubildende in der generalistischen Pflegeausbildung.

Projektziel: Das übergeordnete Ziel stellt die Analyse der Lernchancen und Lernhemmnisse in Einrichtungen zur Ausbildung im pädiatrischen Bereich nach §8 (3,4) PflBADVO dar. Eine besondere Betrachtung erfahren hierbei die in §8 (4) PflBADVO genannten Lernorte, nämlich Krippen, sonderpädagogische Förderzentren, Kinderarztpraxen, Kindertagesstätten, Einrichtungen für Kinder- und Jugendliche mit Behinderung sowie Rehabilitationseinrichtungen.

Im Ergebnis soll das Projekt PäLe in einer digitalen Cloud Lehr- und Lernmittel bereitstellen:
z.B. Reflexionshilfen, Aufgabenstellungen und Handlungsleitlinien wie lernortspezifische Handreichungen

Weitere Informationen: https://www.pflegepaedagogik.uni-kiel.de/de/projekt-paele

Erste didaktische Werkstatt Gesundheit im Aufbau

hochschule fulda logo didaktische werkstattFür Lehramtsstudierende im Schulpraktikum sind die Unterrichtsvorbereitung und die Beschaffung von passendem Unterrichtsmaterial große Herausforderungen. Dies trifft insbesondere auf Studierende mit dem Fach Gesundheit zu, da die dazugehörige Fachdidaktik eine noch junge Disziplin ist und es erst wenig unterstützendes Begleitmaterial gibt. Durch den Aufbau der didaktischen Werkstatt Gesundheit will die Hochschule Fulda das ändern.

„Unterricht im Fach Gesundheit sollte anschaulich und handlungsnah sein. Dafür bietet sich die Arbeit mit Modellen, Untersuchungsinstrumenten und Pflegeutensilien an, die aber nicht an allen beruflichen Schulen umfänglich zur Verfügung stehen können“, sagt Professorin Dr. Silke Trumpa. Aus diesem Grund hat die Professorin für Fachdidaktik Gesundheit an der Hochschule Fulda zusammen mit ihrem Studiengangsteam das Projekt Didaktische Werkstatt Gesundheit ins Leben gerufen. Dort sollen Materialien und Anregungen für die Konzeption von handlungsorientiertem Unterricht zusammengestellt werden und den Lehramtsstudierenden künftig bei ihren studienbegleitenden schulischen Praktika zur Verfügung stehen.

Themenkisten zum Ausleihen

Konkret werden mit dem Projekt Anschauungsobjekte, Verbrauchsmaterial und weitere themenspezifische Arbeitsmaterialien, wie etwa Fallbeispiele für den Unterricht in den Fächern Gesundheit, Pflege und Physiotherapie, bereitgestellt. Studierende sollen sich Themenkisten ausleihen können, die sie in ihre Praktikumsschule mitnehmen. „Solches Material ist für den Unterricht an den Schulen der beruflichen Bildung besonders wichtig, da hier für den Aufbau von Handlungskompetenz Abläufe nicht nur theoretisch durchdrungen, sondern auch praktisch erlernt werden“, betont Professorin Trumpa.

Sammlung digitaler Medien

Das Prrojektteam erstellt außerdem in Zusammenarbeit mit studentischen Hilfskräften eine Sammlung digitaler Medien und didaktischer Anregungen, auf die die Studierenden für ihren Unterricht in den schulischen Praktika zurückgreifen können. Die Sammlung wird entlang der schulischen Curricula systematisiert und über eine öffentlich zugängliche Projekthomepage kostenlos abrufbar sein. Damit können auch Absolvent*innen und bereits berufstätige Lehrpersonen diese Ressourcen nutzen.

Kollaborative Unterrichtsvorbereitung

Die didaktische Werkstatt Gesundheit soll sich zudem als Begegnungs- und Arbeitsort der kollaborativen Unterrichtsvorbereitung etablieren. „Unser Ziel ist eine wachsende und qualitativ hochwertige Material- und Konzeptionssammlung, durch die man sich vor Ort didaktische Anregungen holen kann“, so Professorin Trumpa. „Die praxiserprobten und reflektierten Unterrichtsstunden sollen zur Weiternutzung und -entwicklung zur Verfügung stehen und in den Begleitseminaren der Praktika als Anlass dienen, über didaktische Fragestellungen zu diskutieren.“ Auf diese Weise soll die Didaktische Werkstatt Gesundheit auch einen Beitrag liefern, das Profil der noch jungen Disziplin Fachdidaktik Gesundheit zu schärfen.

Das Projekt hat zum 1. Oktober 2022 begonnen und wird zwei Jahre lang mit rund 360.000 Euro von der Stiftung Freiraum gefördert.

Die Hochschule Fulda bietet in Kooperation mit der Universität Kassel die Studiengänge B.Ed., M.Ed., M.A. Berufspädagogik Gesundheit an. Mit dem Studienstart im Wintersemester 2018/19 wurde erstmalig in Hessen eine Qualifikationsmöglichkeit für das Lehramt mit der Fachrichtung Gesundheit geschaffen.


Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Professorin Dr. Silke Trumpa
Hochschule Fulda, Fachbereich Gesundheitswissenschaften
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Digitale Lehre und Forschung an der HAW Hamburg: Pflege- und Logistiklabor öffneten ihre Türen

Pflege und Logistiklabor HAW HamburgWie kann die Ausbildung von hochspezialisierten Pflegekräften sichergestellt werden – und wie wird die reibungslose Versorgung mit Produkten garantiert? Mit Digitalisierung in der Lehre und Forschung und einem lösungsorientierten Ansatz, findet die HAW Hamburg Antworten auf diese wichtigen gesellschaftlichen Fragen. In einer dritten Pressetour, zeigte die Fakultät Wirtschaft und Soziales ihre digitalen Kompetenzen.

Prof. Dr. Olga Burkova, Vizepräsidentin für Digitalisierung an der HAW Hamburg und Schirmherrin der Veranstaltung: „Wir präsentieren heute einen weiteren Ausschnitt der Digitalisierungsexpertise an der HAW Hamburg: dieses Mal an der Fakultät Wirtschaft und Soziales. Wie bieten auch hier wieder anwendungsorientierte Lösungen an, um hochaktuellen und drängenden Themen wie der Sicherstellung der Gesellschaft mit Pflegekräften und Gütern zu begegnen. Unser Studium in Theorie und Praxis bereitet Studierende auf diese großen Herausforderungen vor. Damit verfolgen wir weiterhin das Ziel, unsere vielseitige Expertise für den digitalen Wandel sichtbar zu machen und zur Entwicklung von Lösungsansätzen beizutragen.“

STATION I: INTERDISZIPLINÄRES SKILLS LAB

Auf dem Rundgang wurde das neue Pflegelabor, das interdisziplinäre Skills Lab am Campus Berliner Tor in all seinen Facetten vorgeführt. Im Mittelpunkt standen auch digitale Lehr- und Lernmethoden, die die Studierenden im Pflegestudium kennenlernen. Zum Beispiel die Virtual Reality (VR) Anwendung „ViRus Pflege“, mit der die Studierenden das Legen eines Katheders mit Hilfe von VR einüben und die Arbeit mit Simulationspuppen oder Schauspieler*innen als wiederkehrende Lernmethode.

„Die hochmoderne Pflege- und Hebammenausausbildung im Skills Lab simuliert schon im Studium realistische Arbeitssituationen der komplexen Gesundheitsversorgung. Studierende eignen sich mit neuen auch digitalen Methoden Kompetenzen für den späteren Einsatz in der Praxis an“, sagt die Leiterin des Departments Pflege und Management an der HAW Hamburg, Prof. Dr. Uta Gaidys. Durch die Arbeit mit VR-Szenarien, Kameras, Simulationspuppen und professionellen Schauspieler*innen im Skills Lab können die Studierenden der Pflege ihre Fähigkeiten permanent weiterentwickeln und durch die Video-Aufzeichnungen reflektieren. So wird Studierenden ermöglicht in einer sicheren Umgebung aus Fehlern zu lernen, was in der realen Situation in der Versorgung von Patient*innen eben nicht möglich ist. Studierende werden so handlungssicher bevor sie in der Praxis Klient*innen versorgen. Diese innovative Verzahnung von Praxis und Theorie ist ein Alleinstellungsmerkmal des Pflegestudiums an der HAW Hamburg, das die Studierenden intensiv auf die Herausforderungen des Arbeitsalltags vorbereitet.

STATION II: BUSINESS INNOVATION LAB

Als zweite Station präsentierten Lehrende und Studierende den Besucher*innen das seit 2021 bestehende Forschungs- und Transferzentrum Business Innovation Lab (BIL) an der Fakultät Wirtschaft und Soziales. Es wurden innovative Lösungen aus dem Bereich der Digitalisierung und Logistik vorgeführt: Ein smartes RFID-Gate zur automatisierten und gleichzeitigen Erfassung von Produktteilen und Waren, intelligente Objekterkennung durch maschinelles Sehen und ein Tool zur Analyse von Arbeitsprozessen mit Hilfe von Funk-Technologie und künstlicher Intelligenz.

Die Expert*innen des BIL ermöglichten den Besucher*innen, einen Blick hinter die Kulissen der gesamten logistischen Prozesskette und der darauf aufbauenden Versorgung mit Produkten zu werfen. „Wenn morgens ein Fehler in der Prozesskette entsteht, darf es abends nicht zu Versorgungsengpässen kommen. Wir benötigen hier intelligente Lösungen für die Supply-Chain, die Transparenz schaffen und es erlauben den Prozess dauerhaft im Blick zu behalten. Ein smartes System muss bei fehlenden oder schadhaften Teilen Alarm schlagen oder sogar benötigte Teile selbstständig nachbestellen. An solchen Lösungen forschen wir mit unseren Studierenden“, erklärt Prof. Dr. Axel Wagenitz, Professor für Wirtschaftsinformatik. Das BIL treibt dabei gleichfalls die wirtschaftliche Nutzung sowie die konkrete Umsetzung der Forschungsergebnisse im Kontext von Informations- und Kommunikationstechnologien voran. Wie auch umgekehrt, bestehende Anwendungen aus der Wirtschaft im BIL wissenschaftlich untersucht und weiterentwickelt werden. Fragen der Prozessinnovation stehen dabei im Vordergrund.


Foto: Studierender übt mit VR die Katheterisierung einer Frau im interdisziplinären Skills Lab. (c) Holger Braack, HAW Hamburg