Die an der Frankfurt UAS entwickelte und kürzlich gestartete Anpassungsqualifizierung für internationale Pflegefachkräfte wurde mit dem Frankfurter Pflegepreis 2026 ausgezeichnet (Symbolbild). (c) Frankfurt UAS
Frankfurter Pflegepreis würdigt innovatives Qualifizierungsangebot der Frankfurt UAS
Die Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) ist für ihre Anpassungsqualifizierung für internationale Pflegefachkräfte mit akademischem Abschluss mit dem Frankfurter Pflegepreis 2026 ausgezeichnet worden. Das Weiterbildungsangebot erhielt den ersten Platz, der mit 2.500 Euro dotiert ist. Mit der Preisverleihung würdigte die Stadt Frankfurt ein Qualifizierungskonzept, das berufliche Anerkennung, akademische Weiterentwicklung und Integration in die pflegerische Versorgung miteinander verbindet.
Entwickelt wurde das Angebot im Projekt „Innovative Pflegequalifizierung: Anpassungsweiterbildung mit Hochschulzertifikat an der Frankfurt UAS“. Verantwortet wird es von der Frankfurter Akademie für Weiterbildung und Personalentwicklung in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit. Das Projekt wird von der Europäischen Union und mit Mitteln des Landes Hessen gefördert.
Der Frankfurter Pflegepreis stand in diesem Jahr unter dem Schwerpunkt „Nachwuchsförderung – Für eine nachhaltige professionelle Pflege“. Ausgezeichnet werden Konzepte, die die pflegerische Praxis weiterentwickeln und die Versorgungsqualität nachhaltig stärken. „Die Auszeichnung mit dem Frankfurter Pflegepreis bestätigt unseren Ansatz, internationale Pflegefachkräfte gezielt auf ihrem Weg in den deutschen Arbeitsmarkt zu unterstützen und ihre bereits vorhandenen Kompetenzen sichtbar zu machen und weiterzuentwickeln. Gleichzeitig zeigt der Preis, wie groß der Bedarf an innovativen Qualifizierungsangeboten ist, die Integration, Versorgungsqualität und nachhaltige Kompetenzentwicklung verbinden“, sagt Oda Vogel, Projektleiterin des Anpassungslehrgangs an der WAkE.
Anschlussfähige Qualifizierung statt Neustart
Das Angebot richtet sich an internationale Pflegefachkräfte mit unterschiedlichen Qualifikationsprofilen, deren Berufsabschlüsse in Deutschland nicht unmittelbar anerkannt werden. Seit April 2026 bietet die Frankfurt UAS dafür als eine der ersten Hochschulen einen hochschulischen Anpassungslehrgang an. Dieser knüpft gezielt an vorhandene Bildungs- und Berufserfahrungen an und soll vorhandene Kompetenzen nicht ersetzen, sondern weiterentwickeln.
Neben akademisch qualifizierten internationalen Pflegefachpersonen können auch Personen teilnehmen, die die notwendige Eignung über ihre berufliche Praxis nachweisen. Die Teilnehmenden erwerben nicht nur die berufliche Anerkennung, sondern zusätzlich ein Hochschulzertifikat, das weitere akademische Qualifizierungswege eröffnet.
Nach Angaben der Frankfurt UAS geht das Konzept damit über das gesetzlich vorgesehene Anerkennungsverfahren hinaus. Bereits erworbene akademische Kompetenzen aus den Herkunftsländern sollen systematisch aufgegriffen und für das deutsche Gesundheitssystem nutzbar gemacht werden. Auf diese Weise soll zugleich ein Beitrag zur weiteren Akademisierung der Pflege geleistet werden.
Versorgungsqualität und Integration zusammengedacht
Die Hochschule betont, dass internationale Pflegefachkräfte nicht nur personelle Entlastung bringen, sondern auch sprachliche, kulturelle und fachliche Ressourcen in die Versorgung einbringen. Viele von ihnen verfügen über Erfahrungen aus akademisch geprägten und evidenzbasierten Pflegesystemen. Das Projekt will diese Potenziale gezielt aufgreifen und für die Versorgung in Frankfurt und Umgebung fruchtbar machen.
Zum Konzept gehören deshalb nicht nur fachliche Inhalte, sondern auch Sprachförderung sowie Unterstützung beim Einstieg in den deutschen Berufs- und Lebensalltag. In Zusammenarbeit mit Arbeitgebenden, darunter dem Sana Klinikum in Offenbach, sowie weiteren Beteiligten im Anerkennungsverfahren soll so ein tragfähiger Übergang in eine langfristige berufliche Perspektive geschaffen werden.
Modell für weitere reglementierte Berufe
Mit der Auszeichnung gewinnt das Projekt nach Einschätzung der Hochschule auch über Frankfurt hinaus an Bedeutung. Nach Projektende ist eine AZAV-Zertifizierung vorgesehen, um die Maßnahme künftig auch über die Bundesagentur für Arbeit fördern zu können. Langfristig soll das Angebot verstetigt und als Modell für weitere Anpassungsqualifizierungen in reglementierten Berufen nutzbar gemacht werden.
Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Frankfurt University of Applied Sciences
Fachbereich 4: Soziale Arbeit und Gesundheit
Prof. Dr. Klaus Müller
Fachliche Projektleitung
E-Mail:
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