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Nachruf auf zwei bedeutende Pädagogen: Hilbert Meyer (1941-2025) und Ingo Scheller (1938-2024)
Am 17. Dezember 2025 ist Hilbert Meyer mit 84 Jahren gestorben – fast genau ein Jahr nach Ingo Scheller, der am 8. Dezember 2024 mit 86 Jahren verstarb. Damit gilt es Abschied zu nehmen von zwei der einflussreichsten deutschen Pädagogen, die auch für die pflege- und gesundheitspädagogische Szene wichtige Impulsgeber waren.
Beide haben viel gemeinsam: Sie waren ursprünglich Lehrer, haben sich engagiert und kritisch mit Schule und Unterricht auseinandergesetzt, wirkten in den pädagogisch und politisch bewegten 1970er-Jahren aktiv an der Entwicklung der Einphasigen Lehrerausbildung an der Universität Oldenburg mit, an der sie dann über Jahrzehnte als Professoren lehrten und forschten. Sie verfassten – wenn auch mit unterschiedlichen Schwerpunkten – zahlreiche Publikationen, die Generationen von Pädagogikstudierenden, Referendar*innen und Lehrer*innen prägten. Während Hilbert Meyer sich auf didaktische Modelle, Unterrichtsplanung und -methoden, guten Unterricht und Schulentwicklung konzentrierte, stand bei Ingo Scheller der erfahrungsorientierte Unterricht und das szenische Spiel bzw. die szenische Interpretation im Mittelpunkt. Für beide charakteristisch war ihr hoher Theorie-Praxis-Transfer: Hilbert Meyer konnte komplizierte Sachverhalte hervorragend auf einen einfachen Nenner bringen, Ingo Scheller stellte seine theoretischen Überlegungen mit dem Ansatz szenischen Spiels „vom Kopf auf die Füße“. In der Pflege- und Gesundheitspädagogik haben ihre Werke Didaktik und Methodik für Lehrende in den Pflege- und Gesundheitsberufen (Meyer gemeinsam mit Oelke 2013) sowie Tabuthemen als Gegenstand szenischen Lernens in der Pflege (Scheller gemeinsam mit Oelke und Ruwe 2000) viele Menschen inspiriert und begleitet.
Mit Hilbert Meyer und Ingo Scheller verlieren wir zwei der letzten Vertreter einer Generation, die gemäß Adornos Nie wieder Auschwitz einen ganz besonderen pädagogischen Habitus verkörperten: sie waren zutiefst menschlich, demokratisch und auf die Bildung mit Kopf, Herz und Hand (Meyer) bzw. die Arbeit an und mit der inneren und äußeren Haltung (Scheller) konzentriert - dabei bescheiden, wertschätzend, zugewandt, bestärkend und ohne „akademischen Dünkel“. Beide arbeiteten mit „Herzblut“ an der Sache, und sie verstanden es, das Berufliche mit dem Persönlichen und Politisch-Gesellschaftlichen zu verbinden.
Dabei waren ihre Wege als Pensionäre so verschieden, wie sie unterschiedlich nur sein können: Während Hilbert Meyer täglich in seinem Arbeitszimmer saß, Neues publizierte oder seine älteren Publikationen aktualisierte, zahlreiche Nachwuchswissenschaftler*innen betreute, zu unzähligen Vorträgen im In- und Ausland reiste und der Universität weiterhin verbunden blieb, lebte Ingo Scheller in einer selbst verwalteten Dorfgemeinschaft, war lokalpolitisch aktiv, gestaltete seinen Garten immer wieder neu, erschuf Holzskulpturen, fotografierte Bäume, schrieb Gedichte und blieb dem Wissenschaftsbetrieb fern.
Hilbert Meyer und Ingo Scheller – so sehr wir euch vermissen, so dankbar sind wir für das, was wir von euch lernen konnten und was durch euer Wirken in uns lebendig bleibt.
Verfasst von
Dr. Uta Oelke, Diplompädagogin
Email:
Internet: https://f5.hs-hannover.de/ueber-uns/personen/prof-dr-uta-oelke
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