Foto: (v.l.) Dr. Christoph Watermann, Dr. Karin Overlack, Axel Fahrenkamp, Oliver Eickhoff, Andreas Huneke, Volker Nolting (Förderverein) und Prof. Dr. Vera von Dossow, Quelle: Finn Lehrke
HDZ NRW wird offizielles Ausbildungszentrum für erweiterte Wiederbelebung
Das Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW) in Bad Oeynhausen ist von der American Heart Association (AHA) als offizielles Ausbildungszentrum für „Advanced Cardiovascular Life Support“ (ACLS) anerkannt worden. Damit ist das Zentrum seit diesem Jahr berechtigt, eigenständig zertifizierte Fortbildungen zur erweiterten klinischen Wiederbelebung nach dem international gültigen Standard der AHA anzubieten.
„Mit dieser Qualifizierung stärken wir die Sicherheit unserer Patientinnen und Patienten nachhaltig“, sagt HDZ-Geschäftsführerin Dr. Karin Overlack. „Das Training fördert die Handlungssicherheit in kritischen Situationen – über Berufsgruppen hinweg.“
Um die Ausbildung der ersten Instruktorinnen und Instruktoren zu ermöglichen, absolvierten sieben Fachkräfte aus unterschiedlichen Bereichen zunächst sogenannte Provider-Kurse und anschließend einen weiterführenden Lehrgang zur Qualifikation als ACLS-Instructor. Unterstützt wurden die aufwendigen Schulungsmaßnahmen sowie die Anschaffung des erforderlichen Equipments vom Förderverein des HDZ NRW mit einem Betrag von 20.000 Euro. „Von dieser Investition profitieren Beschäftigte wie Patientinnen und Patienten gleichermaßen“, betont Vereinsvorsitzender Axel Fahrenkamp.
Das simulationsbasierte Training vermittelt realitätsnahe Abläufe für Teamreaktionen – ähnlich wie Sicherheitstrainings in der Luftfahrt. Dabei werden Atemwegs- und Medikamentenmanagement, Teamkommunikation sowie koordinierte Entscheidungsfindung in Hochrisikosituationen geübt.
Seit 2022 ist das HDZ NRW als „Cardiac Arrest Center“ nach den Standards des Deutschen Rates für Wiederbelebung (GRC) zertifiziert; die Rezertifizierung erfolgte 2025. In Deutschland sind jährlich über 65.000 Menschen von einem Herz-Kreislauf-Stillstand betroffen, was hohe Anforderungen an die Qualifikation des Klinikpersonals in zertifizierten Zentren mit sich bringt. Vor diesem Hintergrund plant das HDZ NRW, interdisziplinäre Teams künftig regelmäßig nach anerkannten Standards zu schulen. Wiederholungstrainings im Abstand von zwei Jahren sind dabei vorgesehen.
Bisher haben über 30 Beschäftigte aus Medizin, Pflege und technischen Funktionsbereichen des HDZ NRW die Provider-Ausbildung abgeschlossen. Sieben von ihnen sind künftig befugt, als Instruktorinnen und Instruktoren weitere Kolleginnen und Kollegen zu schulen. „Zukünftig werden die Ausbildungsangebote auch für Interessierte aus anderen Einrichtungen sowie für unseren medizinischen Nachwuchs zugänglich sein“, betonen Dr. Christoph Watermann, Prof. Dr. Vera von Dossow und Oliver Eickhoff, die das Konzept zur erweiterten Wiederbelebung am HDZ NRW maßgeblich initiiert haben.
Hintergrund: Als Spezialklinik zur Behandlung von Herz-, Kreislauf- und Diabeteserkrankungen zählt das Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, mit 40.500 Patientinnen und Patienten jährlich, davon 14.300 in stationärer Behandlung, sowie 1.300 ambulanten Operationen zu den größten und modernsten Zentren seiner Art in Europa.
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