Foto: Projektteam CurAP zusammen mit Gästen am 13. November 2025 ( v.l.n.r.): Prof.in Dr. Annerose Bohrer, Marie-Luise Junghahn, Prof.in Dr. Sandra Altmeppen, Anja Lull (SenWGP), Felix Lüttge und Sonja Hummel-Gaatz (SenWGP)
Gemeinsam Pflegebildung gestalten: EHB-Projekt CurAP erfolgreich abgeschlossen
Die Evangelische Hochschule Berlin hat mit dem Projekt CurAP seit 2019 Pflegeschulen und Ausbildungsträger bei der Umsetzung der generalistischen Pflegeausbildung begleitet. Nun zum Projektabschluss zeigt sich: CurAP hat mit praxisnahen Konzepten, Forschung und Qualifizierungen wichtige Impulse für eine nachhaltige Weiterentwicklung der Pflegeausbildung in Berlin gesetzt.
Nach sechs Jahren endet an der Evangelischen Hochschule Berlin das Projekt CurAP, das von der Berliner Senatsverwaltung gefördert wurde. Seit 2019 hat das Team Pflegeschulen und Praxiseinrichtungen dabei unterstützt, die curriculare Arbeit in der generalistischen Pflege- und Pflegefachassistenz-Ausbildung weiterzuentwickeln – und damit wichtige Impulse für die Professionalisierung der Pflegebildung in Berlin gesetzt.
Mit Einführung der neuen Pflegeausbildung 2020 und der Pflegefachassistenzausbildung 2022 standen Schulen und Träger vor zentralen Fragen: Wie gelingt eine praxisnahe, kompetenzorientierte Gestaltung der Lerninhalte? Welche neuen Anforderungen ergeben sich für die Praxisanleitung? Und wie können Lehrende und Praxisanleitende bei der Umsetzung dieser Reformen wirksam unterstützt werden?
„Das Projekt CurAP hat in einer für die Pflegebildung entscheidenden Phase die Berliner Schulen und Ausbildungsträger begleitet – praxisnah, wissenschaftlich fundiert und mit großem Engagement“, betonte Prof. Dr. Sebastian Schröer-Werner, Präsident der Evangelischen Hochschule Berlin, in seinem Grußwort zur Abschlussveranstaltung. „Es zeigt eindrücklich, welche wichtige Rolle die EHB als Partnerin in der Weiterentwicklung der Pflegebildung spielt.“
Sechs Jahre innovative Bildungsarbeit
Über sechs Jahre hat das Projekt CurAP ein umfangreiches Netzwerk aufgebaut und vielfältige Unterstützungsangebote bereitgestellt. Diese langfristige Förderung ist bundesweit nahezu einmalig und fand nur noch in Brandenburg eine ähnliche Umsetzung – ein Modell, das auch über die Region hinaus Beachtung findet.
Die Projektleiterinnen Prof. Dr. Sandra Altmeppen und Prof. Dr. Annerose Bohrer sowie ihr Team entwickelten Fortbildungen, Inhouse-Beratungen und praxisnahe Begleitungen für Lehrende, Praxisanleitende und Bildungsverantwortliche. Höhepunkt war der jährliche digitale Fachtag mit über 150 Teilnehmenden, durchgeführt gemeinsam mit den Partnerprojekten Neksa (Brandenburg) und IPfleB (Sachsen). Außerdem entstanden Handreichungen, Schulungsformate und Forschungsarbeiten, die über Berlin hinaus Anerkennung fanden und weiterhin genutzt werden können.
Bedeutung für Berlin und darüber hinaus
„Das Land Berlin hat gezielt in die Umsetzung der Pflegeberufereform investiert und mit dem Projekt CurAP über Jahre hinweg die Berliner Lehrenden und Praxiseinrichtungen bei der Umsetzung der Reformen gestärkt. Die Ziele des Projektes sind erreicht“, erklärte Anja Lull, Ansprechpartnerin für Pflegeberufe und Fachkräftesicherung in der Pflege in der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege. „Gerade in einer Zeit des Fachkräftemangels ist diese Arbeit ein zentraler Beitrag, um die Qualität der Pflegeausbildung zu sichern.“
Gleichzeitig zeigte das Projekt, dass in der Lehrer:innenbildung für Pflegeberufe weiterhin strukturelle Lücken bestehen: Kontinuierliche Fort- und Weiterbildungsangebote, wie sie in anderen staatlichen Berufsfeldern üblich sind, fehlen hier größtenteils. Lehrerin Dr. Heidrun Hogan betont: „Die Fortbildungsangebote waren so innovativ, mir wurden Fragen gestellt, auf die wäre ich selbst als langjährig erfahrene Lehrerin nie gekommen. Solche Fragen müssen aus der Wissenschaft kommen, und das hat die Qualität in diesem Projekt und die Fortbildungsangebote ausgemacht“.
Kommentare aus den Schulen und Praxiseinrichtungen wie „Wegbegleiter ohne Ende“, „Wo bekommen wir jetzt unsere Impulsgeber?“, „Ein Riesenverlust“ verdeutlichen eindrücklich, wie stark die Angebote von CurAP im Alltag verankert waren und welchen spürbaren Verlust das Auslaufen des Projekts hinterlässt.
„CurAP konnte hier sechs Jahre lang eine Lücke schließen – und es wäre für das Land Berlin wünschenswert, diese Form der Unterstützung dauerhaft zu verstetigen,“ so die Projektleiterinnen von CurAP, Prof.in Dr. Sandra Altmeppen und Prof.in Dr. Anne Bohrer.
Nachhaltige Wirkung für die Pflegebildung
Über sechs Jahre entstanden Formate wie Arbeitsgruppen, Fortbildungsreihen und Austauschplattformen, die ein wertvolles Fundament für die zukünftige curriculare Arbeit in Pflegeschulen und Praxiseinrichtungen schaffen. Die Abschlussveranstaltung am 13. November 2025 an der EHB brachte rund 25 Vertreter:innen aus Schulen, Praxiseinrichtungen, BLGS und Senatsverwaltung zusammen, um die Projektergebnisse zu diskutieren und einen Blick auf die Zukunft der Pflegebildung in Berlin zu werfen.
Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof.in Dr. Annerose Bohrer,
Prof.in Dr. Sandra Altemeppen,
Weitere Informationen:
https://www.eh-berlin.de/forschung/forschungsprojekte/curap
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