Foto: Das Interesse ist groß: Studiengansleiterin Prof.in Denis Bernhard-Banza (l.) und Laura Schümann M.A. bei der Vorbereitung auf eine Informationsveranstaltung in Ruanda Kigali. (Copyright: THD)
TH Deggendorf startet internationalen Bachelorstudiengang Nursing
Die Technische Hochschule Deggendorf (THD) führt zum Sommersemester 2026 den neuen internationalen Bachelorstudiengang Nursing ein. Der Studiengang ist in enger Kooperation mit ruandischen Partnerinstitutionen entstanden und soll gezielt zur Bewältigung einer zentralen Herausforderung im deutschen Gesundheitswesen beitragen: dem Fachkräftemangel in der Pflege.
Internationale Sichtbarkeit und Professionalisierung der Pflege
Der Studiengang verfolgt das Ziel, die Fakultät Angewandte Gesundheitswissenschaften sowie ihr Studienangebot international stärker zu profilieren und zugleich den Pflegeberuf weiter zu professionalisieren. Die Strategie zeigt Wirkung: Bereits jetzt haben sich mehr als 30 Studierende aus Ruanda eingeschrieben, während sich über doppelt so viele im Bewerbungsprozess befinden. Die Ausbildung an der THD vermittelt den Studierenden Kompetenzen in evidenzbasierter Entscheidungsfindung, interprofessioneller Zusammenarbeit und reflektierter Pflegepraxis. Der praktische Teil des Studiums wird in Kooperation mit regionalen und überregionalen Partnerinstitutionen durchgeführt, die für eine qualitativ hochwertige, kultursensible und berufsorientierte Ausbildung stehen – ein wichtiger Schritt zur Professionalisierung des Pflegeberufs. Davon profitiert auch die lokale Bevölkerung: Einrichtungen in Niederbayern erhalten durch die praktische Einbindung Zugang zu qualifizierten internationalen Pflegekräften, von denen viele Absolventinnen und Absolventen planen, langfristig in Deutschland tätig zu sein. So entsteht eine echte Win-Win-Situation für die Versorgungsinstitutionen und die Studierenden.
Bewusste Kooperation für richtungsweisenden Studiengang
Die Kooperation mit ruandischen Partnerinstitutionen ist eine bewusste Entscheidung der THD. Ruanda zeichnet sich durch gut ausgebildete junge Menschen, eine hohe Bereitschaft zur internationalen Zusammenarbeit sowie kulturelle Nähe zu europäischen Lebens- und Arbeitswelten aus. Gleichzeitig gehört das Land zu den Regionen mit hoher Jugendarbeitslosigkeit. Der Studiengang wird daher von der THD auch als Beitrag zu globaler Bildungsgerechtigkeit, internationalen Bildungspartnerschaften und einer nachhaltigen Entwicklung des Pflegeberufs verstanden. Damit setzt der Studiengang ein Zeichen: Er verbindet akademische Exzellenz mit gesellschaftlicher Verantwortung – sowohl regional als auch global. Die THD etabliert damit ein bislang einzigartiges Modell, das als Vorbild für vergleichbare Initiativen in anderen Regionen dienen kann.
Stärkung des Versorgungsstandards und Setzen neuer Maßstäbe
Für Niederbayern bedeutet das nicht nur eine Stärkung des akademischen Gesundheitsstandorts, sondern auch eine bessere Anbindung an urbane Bildungs- und Versorgungsstandards. Mit diesem Studiengang zeigt die THD erstmals, dass die hochschulische Pflegeausbildung „made in Germany“ auch international Anerkennung findet. So werden wegweisende Maßstäbe gesetzt – sowohl in der Pflegeausbildung als auch bei der Entwicklung praxisnaher und lösungsorientierter Studienprogramme. Langfristig wird erwartet, dass die Absolventinnen und Absolventen in der Region bleiben, etwa durch den Einstieg in Kliniken, Pflegeheime oder ambulante Einrichtungen vor Ort – mit dem Ziel, die pflegerische Versorgung auf hohem Niveau zu sichern und auszubauen. Die Fakultät Angewandte Gesundheitswissenschaften freut sich über weitere interessierte Einrichtungen, die als Praxispartner mit der THD kooperieren möchten.
Wissenschaftliche Ansprechpartnerin:
Prof.in Denise Bernhard-Banza
Zur Pressemitteilung: https://www.th-deg.de/de/Presseartikel?id=38770814
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